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SchuleWirtschaft Jahresgespräch

AK Schule Wirtschaft 1115 Jahresgespraech

Die Teilnehmer des Jahresgesprächs der AK SchuleWirtschaft

AK Schule Wirtschaft 1115 Ruhweza Jessen Drechsel

AK-Mittelhessen-Sprecher Sascha Ruhweza (links) und Geschäftsführer Sascha Drechsel (rechts) im Gespräch mit der Referentin Wiebke Jessen.

80 Pädagogen aus den sieben lokalen Arbeitskreisen Schule-Wirtschaft, die wiederum im regionalen Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Mittelhessen zusammengefasst sind, waren beim gemeinsamen herbstlichen Jahresgespräch im Bürgerhaus Kleinlinden anwesend. Ein angesichts dieser großen Anzahl sichtlich erfreuter Sascha Ruhweza, stellvertretender Leiter der Friedrich-Ebert-Schule in Wieseck und Leiter des AK Schule-Wirtschaft Mittelhessen, begrüßte gemeinsam mit dem AK-Geschäftsführer Sascha Drechsel (Wetzlar) die Kolleginnen und Kollegen zu dieser letzten überregionalen und auch bilanzierenden Veranstaltung in diesem Jahr.

Ruhweza stellte der Versammlung zwei neue im Kreis der insgesamt sieben Sprecherinnen und Sprecher der lokalen Arbeitskreise vor: Hendrik Partscht von der Alexander-von Humboldt-Schule Aßlar für den AK Wetzlar und Sabine Stoll von der Mittelpunktschule Hartenrod für den AK Biedenkopf.

Ruhweza berichtete aus der Arbeit des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Mittelhessen, die das grundsätzliche Ziel verfolgt, die Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft im heimischen Raum und auf "kurzen Wegen" zielführend zu intensivieren, um für und mit Schülerinnen und Schülern der oberen Klassen mehr Berufsorientierung zu bieten und ihnen damit einen sinnvollen und erfolgverprechenden Übergang von der Schule in die Ausbildung zu erleichtern.

Zum Vortragsthema des Jahresgesprächs "Jugendliche heute - zwischen Schule, digitalen Medien und berufliche Orientierung - eine Betrachtung anhand der aktuellen Sinus-Jugendstudie" nahm die Diplom-Betriebswirtin, ausgebildete Hotelfachfrau und seit 20 Jahren in Marktforschung tätige Wiebke Jessen aus Heidelberg profund, informativ und auch unterhaltsam Stellung. Sie ermöglichte dabei auf der Basis der jüngsten Sinus-Studie (2012) aufschlussreiche Einblicke in die Jugendkulturen, in die Art und Weise, "wie die Jugend heute tickt". Sie lieferte viele Ansatzpunkte und wichtige Impulse für die Arbeit der anwesenden mittelhessischen Pädagogen mit ihren Schülerinnen und Schülern.

Die "Sinus-Lebenswelten U 18" dokumentieren einen in den letzten Jahren sich beschleunigenden soziokulturellen Wandel in der Gesellschaft, der laut Jessen die Strukturen und die Kultur des Alltags der Menschen tiefgreifend verändert. Und in keiner Altersgruppe sei der Wandel so frühzeitig und deutlich spürbar wie bei Jugendlichen. Und damit bei jenem Teil der Bevölkerung, mit dem es Pädagogen intensiv zu tun haben. "Nur wer versteht, was 14 bis 17 Jahre alte Jugendliche heute bewegt, wird Jugendliche auch bewegen können", lautet eine ebenso einfache klingende wie schwierig umzusetzende Formel. Zum besseren Verständnis und zum Erkennen und Nutzen der Ansatzpunkte teilt die Sinus Studie die Jugendlichen in "Lebenswelten" ein, denen sie einschließlich zahlreicher grenzüberschreitender Gemeinsamkeiten und abhängig vom Bildungsstand - niedrig, mittel und hoch - angehören.

Da ist der "konservativ-bürgerliche" Jugendliche, der familien- und heimatorientierte Bodenständigkeit mit Traditionsbewusstsein, Verantwortungsethik und einer bewährten Ordnung im Leben verbindet und für den Selbstdisziplin wichtiger ist als Selbstentfaltung. Der "adaptiv-pragmatische" Jugendliche, der sich als "nach Wohlstand strebender Neo-Spießer" dem leistungs- und familienorientierten Mainstream gepaart mit hoher Anpassungsfähigkeit verschrieben hat. Der "expeditive" Jugendliche, dem flexibel-mobil-pragmatischen, erfolgs-und lifestyleworientierten Networker auf der Suche neuen Grenzen und unkonventionellen Erfahrungen Der "sozioökologische", engagierte, nachhaltigkeits- und gemeinwohlorientierte Jugendliche mit sozialkritischer Grundhaltung und Offenheit für alternative lebensentwürfe. Der "experimentalistische Hedonist", sprich der spaß- und szeneorientierte Nonkonformist mit Fokus auf das Leben im Hier und Jetzt. Der "materialistische Hedonist", laut Studie der "freizeitorientierten Unterschicht" angehörende, Kontrolle und Autoritäten nicht anerkennende Jugendliche mit ausgeprägten markenbewussten Konsumwünschen. Und schließlich der Jugendliche in "prekären Lebenswelten", der unter schwierigen Starvoraussetzungen, dafür aber oft mit Durchbeißermentalität um Orientierung und Teilhabe bemüht ist, dem aber das Geld fehlt, um mangelnde Teilhabe durch Konsum zu kompensieren.

Über uns

Die sechs Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Mittelhessen (Biedenkopf, Dillkreis, Gießen, Vogelsbergkreis, Wetteraukreis, Limburg-Weilburg/Wetzlar) sind freiwillige Arbeitsgemeinschaften von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen sowie von Vertretern der regionalen Wirtschaft.

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