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Jahresgespräch SCHULEWIRTSCHAFT Mittelhessen

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Das Jahresgespräch SCHULEWIRTSCHAFT Mittelhessen

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v. l. Sascha Ruhweza, Hartmut Sartor, Alexandra Heege

Mit dem "Jahresgespräch", zu dem sich die Lehrerinnen und Lehrer jeweils im Herbst treffen, um mit der Geschäftsführung des Arbeitskreises Mittelhessen Bilanz zu ziehen und Weichen zu stellen, endet das jeweilige Geschäfts- und Veranstaltungsjahr mit seinen zahlreichen Betriebserkundungen in der Region sowie dem Wettbewerb "Bester Praktikumsbericht". Für 2018 fand das Jahresgespräch - bei guter Beteiligung - im Bürgerhaus Kleinlinden statt.

Sascha Ruhweza (Gießen) begrüßte als Sprecher aller sechs mittelhessischen Arbeitskreise gemeinsam mit der ehrenamtlichen Geschäftsführerin/Koordinatorin Alexandra Heege (Wetzlar) die Teilnehmer. Und den Referenten des Tages, Kriminalhauptkommissar Hartmut Sartor von der Kriminaldirektion Gießen, wo er seit 2009 im Kommissariat 33 als polizeilicher Jugendsachbearbeiter tätig ist.

In dieser Funktion ist Sartor auch zentraler polizeilicher Ansprechpartner des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, wenn es um Jugendkriminalität im Allgemeinen und Gewalt an Schulen im Besonderen geht. Dabei steht der Kriminalhauptkommissar ausdrücklich in der Tradition der "AGGAS", der Arbeitsgruppe gegen Gewalt an Schulen, die einst  anlassbezogen bei er Polizei in Wetzlar ins Leben gerufen wurde und heute in allen vier Landkreises des Polizeipräsidiums Mittelhessen eingerichtet ist.

Einig waren sich die Jahresgesprächsteilnehmer in der Überzeugung, dass der Kampf gegen die Jugendkriminalität nur gemeinsam gewonnen werden könne, also auf dem Wege der Zusammenarbeit von Schule, Polizei und vielen anderen Institutionen. Laut Sartor liegt die Zahl der aktenkundig gewordenen Straftaten an den Schulen in Stadt (28) und Kreis Gießen (56) seit 2011 bei plus-minus 330.  Im Blick auf die gesamte Jugendkriminalität liegt der Schwerpunkt bei Kindern im Bereich Diebstahl sowie Diebstahl, Körperverletzung, Drogendelikte und Erschleichen von Leistungen bei Jugendlichen und Heranwachsenden. Bei 90 Prozent der Jugendlichen ist Kriminalität laut Sartor eine "vorübergehende Erscheinung im Zuge normaler Persönlichkeitsentwicklung". Fünf bis zehn Prozent allerdings seien Intensivtäter mit einer kontinuierlichen Entwicklung in der kriminellen Karriere. Und über die Hälfte aller Delikte gehen auf das Konto dieser Intensivtäter.

Risikofaktoren sind soziale Bindungslosigkeit, frühe Verhaltensauffälligkeiten, negative Erfahrungen in der Familie, Umfeld und Freundeskreis. Die AGGAS nahm sich gezielt und unter Vernetzung von Schule, Eltern, Jugendamt, Polizei und Staatsanwaltshaft unter gleichzeitigem Abbau von Vorurteilen der Kriminalität an Schulen an, nachdem diese sich gerade auch in den 1990er Jahren mit dem Problem Gewalt alleine gelassen fühlte. Neben Aufklärung und Strafverfolgung liegt eine Schwerpunkt der Arbeit an Schulen auf dem Sektor Prävention und Beratung in Krisensituationen, auf dem zeitnahen Reagieren auf akute Fälle, der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei, Jugendhilfe und Justiz, dem Erkennen von Mehrfachtätern, an der Teilnahme an "Runden Tischen" sowie durch Vorträge für Multiplikatoren. Unter Letzteres fällt das Referat Hartmut Sartors beim Jahresgespräch 2018 der mittelhessischen Arbeitskreise Schule-Wirtschaft in Kleinlinden.

Über uns

Die sechs Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Mittelhessen (Biedenkopf, Dillkreis, Gießen, Vogelsbergkreis, Wetteraukreis, Limburg-Weilburg/Wetzlar) sind freiwillige Arbeitsgemeinschaften von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen sowie von Vertretern der regionalen Wirtschaft.

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